Hoteltrends und Textilien So geht es Deutschlands Hotellerie

Allmählich erholt sich die deutsche Hotellerie von der Krise der Vorjahre. Das sind auch gute Nachrichten für den Textilservice. Bei der Textilwahl setzt die Beherbergungsbranche zunehmend auf Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Ein Trend, der sich auch in den Wünschen der Gäste widerspiegelt.

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Für zufriedene Gäste: Bei Bett- und Frottierwäsche in Hotels sind Sauberkeit und Hygiene gefragt. - © yaroslav1986 – stock.adobe.com

Auch wenn die deutsche Hotellerie das Vorkrisenniveau noch nicht vollständig erreicht hat, hat sie sich 2025 zumindest weiter erholt. Nach Angaben des Hotelverbandes Deutschland (IHA) stieg die durchschnittliche Zimmerauslastung im Vergleich zum Jahr 2024 um 0,9 Prozentpunkte auf 68,1 Prozent, während der Netto-Zimmerpreis um 2,8 Prozent auf 109 Euro nachgab und der RevPAR (Revenue per Available Room = Erlös pro verfügbarem Zimmer) entsprechend auf 74 Euro sank.

„Das deutsche Beherbergungsgewerbe verzeichnete mit 497,4 Millionen Übernachtungen einen neuen Höchstwert bei den Übernachtungen“, berichtet Stefanie Heckel, Pressesprecherin des Deutschen Hotellerie- und Gastronomieverbands (DEHOGA Bundesverband). „Gleichzeitig stiegen die Unternehmensinsolvenzen im klassischen Beherbergungsgewerbe um 40,1 Prozent und übertrafen damit deutlich das Vorkrisenniveau. Während die Betriebe operativ liefern, drücken hohe Kosten in nahezu allen Bereichen, Bürokratie und indexierte Mietverträge die Margen.“

Im europäischen Vergleich gehöre Deutschland zu den Hotelmärkten mit der höchsten Kostenstruktur bei gleichzeitig moderaten Zimmerpreisen, so Heckel. Der Margendruck sei damit kein konjunkturelles, sondern ein strukturelles Phänomen.

Trend in Richtung Nachhaltigkeit

Doch es sind nicht nur steigende Kosten, die die deutsche Hotellerie beschäftigen. Ein aktueller Trend zeigt klar in Richtung Nachhaltigkeit. Dabei gewinnt die Kreislaufwirtschaft an Bedeutung. So testen Hotels zunehmend Rücknahmeprogramme oder auch die Aufbereitung ausgewählter Bett- und Tischwäsche. Eine gute Voraussetzung dafür, dass die Kreislaufwirtschaft in Deutschlands Hotellerie zukünftig zum Standard wird. Das wäre ein durchaus wünschenswertes Szenario, zeigt eine Analyse der Europäischen Umweltagentur (EEA) doch, dass der Anteil langlebig geplanter Textilien, Wiederverwendung und Recycling in Europa deutlich steigen muss.

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Mehr Übernachtungen, mehr Hotelwäsche: Wie es der Hotellerie geht, wirkt sich auch auf den Textilservice aus. - © Surachetsh – stock.adobe.com

Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist der Einsatz umweltfreund­licher und ressourcenschonender Textilien und Materialien. Hotels, die auf biologisch angebaute oder recycelte Fasern setzen, handeln nicht nur im Sinne der Umwelt, sondern stärken auch ihr Image. Bio-Baumwolle, Hanf, Leinen, recyceltes Polyester: All diese Materialien eignen sich für Bettwäsche, Vorhänge, Handtücher und weitere textile Anwendungen.

Gütesiegel als Orientierungshilfe

Der Global Organic Textile Standard (GOTS), der Grüne Knopf, Made in Green by Oeko-Tex sowie die Fair Wear Foundation (FWF) sind einige jener Gütesiegel, die Auskunft über ökologische und soziale Standards entlang der gesamten Lieferkette geben. Sie sind eine Orientierungshilfe auf einem kaum überschaubaren Markt, sowohl für Hotels als auch für Gäste.

Mindestens genauso wichtig wie die Wahl geeigneter Textilien ist eine verantwortungsvolle Pflege und Reinigung. Hotels, die sich nachhaltig positionieren, arbeiten deshalb mit umweltfreundlichen Reinigungsmitteln, wasser- und energiesparenden Waschmaschinen und Trocknern oder gehen Kooperationen mit Wäschereien ein, die für ebenjene Nachhaltigkeit stehen. Wer darüber hinaus auf Langlebigkeit seiner Textilien setzt, schont auf lange Sicht nicht nur die Umwelt, sondern auch die eigenen Ausgaben. Was länger hält, muss seltener nachgekauft werden.

Sauberkeit und Hygiene als Wohlfühlfaktoren

Spätestens seit der Covid-19-Pandemie hat sich die gesellschaftliche Sensibilität für Hygiene und Sauberkeit erhöht, sodass Hotels zunehmend auf antibakterielle und hypoallergene Textilien setzen. So können Gäste mit empfindlicher Haut oder Allergien trotz gesundheitlicher Einschränkungen einen angenehmen Aufenthalt genießen. Insgesamt ist das Thema Sauberkeit für Hotelgäste entscheidend dafür, ob sie das Hotel weiterempfehlen und sich einen erneuten Besuch vorstellen können. Und das ist am Ende des Tages auch Nachhaltigkeit: wiederkehrende Gäste.

Zahlen zu Deutschlands Hotellerie

497 Millionen Übernachtungen verbuchten Deutschlands Beherbergungsbetriebe im Jahr 2025 – ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber 2024.
Davon entfielen 413,7 Millionen Übernachtungen auf Gäste aus Deutschland und 83,8 Millionen auf Gäste aus dem Ausland.

Die klassische Hotellerie – Hotels, Gasthöfe und Pensionen – entwickelte sich dagegen unterdurchschnittlich: Ihre Übernachtungszahlen sanken 2025 gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozent. Zum Rekord im gesamten Beherbergungsgewerbe trug vor allem das Camping bei (+4,2 Prozent).

Deutschland verfügt über mehr als 12.000 Hotels, etwa 6.800 Hotels garnis, rund 5.000 Gasthöfe und über 4.300 Pensionen.
Das Gastgewerbe insgesamt beschäftigte zum Stichtag 30. Juni 2025 rund 2,2 Millionen Menschen, einschließlich sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigter.

Zur Einordnung: Die amtliche Tourismusstatistik erfasst Beherbergungsbetriebe ab zehn Schlafgelegenheiten; bei Campingplätzen gilt eine Grenze von zehn Stellplätzen. Kleine private Anbieter sind daher nicht vollständig enthalten.

Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis), Monatserhebung im Tourismus; Hotelverband Deutschland (IHA); DEHOGA Bundesverband.

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