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Hände waschen, desinfizieren und pflegen Handhygiene und Hautschutz in der Textilpflegebranche

Gerade in Wäscherei und Textilreinigung ist richtige Händehygiene wichtig - nicht nur für die Gesundheit der Mitarbeiter. Hand- und Hautschutz sollte im Textilpflegebereich besonders beachtet werden, da hier wird viel und intensiv mit den Händen gearbeitet. Wir haben Tipps rund um das Thema zusammengestellt. So kommen Sie mit ein paar Klicks zu sauberen und gesunden Händen.

Handhygiene und Hautschutz in der Textilpflegebranche
Richtige Händehygiene ist gerade im Textilpflegebereich wichtig - für die Gesundheit der Mitarbeiter, aber auch die Keimfreiheit der Wäsche. -

Heute schon die Hände desinfiziert? Nein? Aber gewaschen? Und danach auch eine Pflegelotion verwendet? Richtige Händehygiene bedarf einiges an Wissen. Gerade im Textilpflegebereich ist dieses Wissen vonnöten, denn hier kommen Mitarbeiter teilweise mit keimbelasteter oder feuchter Wäsche, Lösungsmitteln oder anderen chemischen Mitteln in Berührung. Korrekte Händehygiene dient nicht nur der garantiert hygienischen Sauberkeit der Wäschestücke der Kunden, sondern auch der Gesundheit der Mitarbeiter.

Wichtig: Zur Händehygiene zählt nicht nur die Desinfektion. Waschen, Hautschutz und -pflege sind ebenso wichtig. Denn nur intakte Haut kann sicher desinfiziert werden. Im Textilpflegebereich gilt zudem: Händedesinfektion ist zugleich Eigenschutz und Textilschutz.

Ebenfalls wichtig zu wissen: Hautschutz- und Hautpflegeprodukte können die Effizienz von Händedesinfektionsmitteln beeinträchtigen. Die entsprechenden Produkte sollten deshalb auf Kompatibilität untereinander geprüft worden sein. Professionelle Anbieter wie Bode Chemie oder Dr. Schnell achten hierauf und sorgen mit Systemlösungen für Hygienesicherheit und gesunde Hände der Mitarbeiter.

Laut der Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro, Medienerzeugnisse (BG ETEM) gehören Hauterkrankungen seit vielen Jahren zu den Spitzenreitern unter den angezeigten Berufskrankheiten und können gravierende wirtschaftliche und soziale Folgen haben - teilweise bedeute eine Hautkrankheit Tätigkeitsaufgabe bzw. Verlust des Arbeitsplatzes. Umso wichtiger ist es vor allem auch in der Wäscherei, Textilreinigung oder im Textilservicebetrieb, die Mitarbeiter für Hand- und Hautschutz zu sensibilisieren.

Hautschädigende Stoffe können den Säureschutzmantel auf der obersten Hautschicht zerstören oder Allergien auslösen. Häufig führt das zu Handekzemen, die man an Erscheinungen wie Entzündungen der äußeren Haut, Juckreiz, Rötung, Bläschenbildung, Schuppung sowie Bildung von Schrunden und Rissen erkennt.

Nach dem Waschen eincremen

Ein Fehler, der häufig passiert, ist, dass die Hände zu häufig gewaschen und weniger desinfiziert werden. Dies führt dazu, dass die Haut mit der Zeit wegen des häufigen Waschens austrocknet, da dabei die Hautfette abgespült werden. Desinfizieren ist schonender, wie auch die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) berichtet.

Situationen, in denen eine Händedesinfektion erforderlich ist, sind z.B. folgende: vor Arbeitsbeginn, beim Verlassen der Toilette, nach Bearbeiten schmutziger Wäsche (Handschuhe tragen), beim Wechsel in den reinen Bereich, regelmäßig zwischendurch bei direktem Kontakt mit der aufbereiteten Wäsche, nach Arbeitsende. Mehr erfahren Sie im Beitrag "Händehygiene mit System: Sicherheitslücke schließen".

Hand Hautschutz Creme

Schutz und Pflege sind wichtig für gesunde Hände. Nicht nur im Winter sind trockene Hände unangenehm und sollten mit passenden Produkten regelmäßig eingecremt werden: Morgens, nach dem Waschen, nach den Pausen - und auch in der Freizeit. Dabei sollten wie beim Desinfizieren der Hände Stellen wie Fingerkuppen, Handgelenke, Fingerzwischenräume etc. nicht vergessen werden. Arbeitgeber sollten die entsprechenden Lotionsspender an Händewaschplätzen zur Verfügung stellen. Diese Investition lohnt sich, denn Arbeitsausfälle aufgrund von Hauterkrankungen sind in der Regel kostspieliger.

Zum Schutz der Haut gehört auch das Tragen entsprechender Schutzhandschuhe. Wer ein Managementsystem für Hautschutz etablieren will, startet immer mit einer gezielten Hautschutzanalyse der jeweiligen Arbeitsbedingungen. Wie das genau funktioniert, lesen Sie im Artikel "Konsequentes Hautschutzmanagement: Geschützte Hände, reduzierte Kosten".

Nicht nur in der Wäscherei, auch in der Textilreinigung ist Händehygiene wichtig. So sollte zum Beispiel das Personal an der Annahmetheke in einer Reinigung nach Beendigung der Arbeit zu Wasser und Seife greifen. Erreger, die auf die Hände gelangen konnten, werden so unschädlich gemacht, bevor der Mensch sie unbewusst aufnimmt, indem er sich zum Beispiel die Augen reibt. Mehr dazu im Artikel "Hygienemaßnahmen bei Privatwäsche: Händewaschen statt Mundschutz". Hier erfahren Sie auch, ob Reinigungen und Wäschereien, die sich auf die Bearbeitung von Textilien aus Privathaushalten spezialisiert haben, aufgrund der immer weiter um sich greifenden ansteckenden Krankheiten zusätzliche Maßnahmen im Bereich Hygiene ergreifen sollten.

7 Merksätze zur Handhygiene

Erst desinfizieren und dann waschen? Oder umgekehrt? Warmes oder kaltes Wasser? Wie oft sollte man Hautpflegeprodukte verwenden? Im Artikel "Saubere und gesunde Hände: Erst desinfizieren, dann waschen" haben wir 7 Merksätzen zusammengefasst, auf was es bei richtiger Händehygiene ankommt.

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Praktische Tipps für den Alltag: So sollten Sie Hände waschen!

Welchen Ablauf das Robert Koch-Institut (RKI) beim Händewaschen empfiehlt, wann und wie oft die Hände mindestens gewaschen werden sollten und wie eine Händedesinfektion durchgeführt wird, erfahren Sie im Beitrag "Damit Sie gesund bleiben".

Onlinehilfe von der Berufsgenossenschaft 

Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM), die auch für Textilpflegebetriebe zuständig ist, stellt ein neues Onlineportal zum Thema Hand- und Hautschutz unter http://hautschutz.bgetem.de zur Verfügung. Es soll leicht zu bedienen sein und vielseitige Hilfe bei der Auswahl der nötigen Schutzprodukte bieten.

Grundsätzlich kann jeder auf dem neuen Portal online individuell passende Schutzhandschuhe, Hautschutz-, Hautreinigungs- und Hautpflegemittel recherchieren oder sich mit Informationsblättern, Broschüren und Studien über den Hand- und Hautschutz informieren. Damit soll das Portal ein umfassendes Kompendium sein über alles, was der Markt momentan an Produkten zum Thema betrieblicher Hautschutz hergibt.

Das Portal Hand- und Hautschutz wendet sich besonders an Entscheider und Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Einkaufsabteilungen, aber auch als Wissensressource an den Aus- und Weiterbildungssektor. Die Inhalte setzen zum Teil branchenspezifische Kenntnisse voraus. Sie sind u.a. für die Zielgruppe aus dem Bereich Textilreinigung aufbereitet.

Die Recherche ist in zwei Richtungen möglich: Sie kann nicht nur von hautgefährdenden Tätigkeiten ausgehen, sondern auch umgekehrt mit Schutzprodukten wie Schutzhandschuhen beginnen. Dabei lassen sich u. a. Produkteigenschaften oder Einsatzmöglichkeiten des Produkts unmittelbar ermitteln. Ein FAQ beantwortet sachgerecht die häufigsten Fragen, verspricht die BG ETEM.

Über die intuitive Navigation sollen sich zudem leicht individuelle Hautschutzpläne erstellen lassen. Die recherchierten Produkte können per Mausklick direkt in einen Hand- und Hautschutzplan übernommen werden. Der kann – ergänzt um betriebsspezifische Daten – ausgedruckt werden. Dieses Tool soll es erleichtern, Hand- und Hautschutzpläne für einzelne Arbeitsbereiche zu erstellen.

Die BG ETEM informiert auch in der aktuellen Ausgabe von "etem" 03/2018 (Magazin für Prävention, Rehabilitation und Entschädigung) in einem umfassenden Artikel über das Thema Hand- und Hautschutz. Darüber hinaus stellt die BG ETEM weitere Informationen zum Thema auf www.bgetem.de unter Eingabe des Webcodes12201321 und der anschließenden Eingabe „Haut“ in der Produktsuche zur Verfügung.

Interaktives Lernmodul "Hautschutz"

Wer sich noch ausführlicher über Hand- und Hautschutz informieren möchte, kann weitere Onlinehilfen der BG ETEM nutzen. Das interaktive Lernmodul "Hautschutz" aus der Reihe "Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz interAKTIV" will Wissen auf anschauliche Weise interaktiv vermitteln. In rund 20 Minuten werden die wesentlichen Informationen mit Bild und Ton vorgestellt. Es geht z.B. um Aufbau und Funktion der Haut, Gefährdungen, die die Haut schädigen und Maßnahmen zum Schutz der Haut. Anhang eines Testbogens mit 15 Fragen können Sie Ihr erlangtes Wissen auch gleich auf den Prüfstand stellen.

Neu aufgelegt hat die BG ETEM auch Kurztipps zum Hautschutz. Praxisnahe Hinweise und Informationen zu Hautgefährdungen, Regeln zu Hautreinigung, -schutz und -pflege sowie konkrete Tipps für den Schutz am Arbeitsplatz sind in der Broschüre zu finden. Hier bekommen Sie z.B. auch Tipps, wie Sie Hautreinigungs- und Hautschutzmittel in ihren Gebinden vor Verunreinigungen schützen können. Und ein wichtiger Hinweis ist ebenfalls vermerkt: Da verschmutzte Arbeits- oder Schutzbekleidung Reaktionen der Haut auslösen kann, sollte sie sauber gehalten und regelmäßig gewechselt werden. Die BG ETEM rät ausdrücklich: "Waschen Sie Arbeitskleidung nicht privat."

Welttag der Handhygiene und Keim-Hotspots

Welttag der Handhygiene

Wie wichtig das Händewaschen ist, daran erinnert am 5. Mai 2018 der „Welttag des Händewaschens“. Der jährliche Feiertag, ins Leben gerufen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) , soll für mangelnde Handhygiene sensibilisieren, vor allem in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen und Kindergärten soll die Hygiene verbessert werden. Warum ausgerechnet der 5.5.? Ganz einfach: Die beiden Zahlen sind eine Eselbrücke, denn 2 mal 5 Finger hat der Mensch. Mehr zum Welthandhygienetag, zu Keim-Hotspots sowie Mythen und Fakten der Handhygiene lesen Sie im Artikel "Welttag der Handhygiene - Heute schon die Hände mit Seife gewaschen?".

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