RWin Award -

Branchenaward Internationale Auszeichnung für Textilpflege: Das sind die Gewinner des "RWin 2019"

Vier herausragende Konzepte aus Textilreinigung, Wäscherei und Textilservice haben die Expertenjury überzeugt und werden mit dem "RWin 2019" ausgezeichnet. Zum elften Mal wird der Branchenaward "RWin" bereits vergeben - für besondere Ideen und Projekte aus der Textilpflege. Die vier diesjährigen Sieger kommen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Ein ganzer Stapel voller kreativer Ideen lag Anfang April auf unserem Schreibtisch. Zahlreiche Bewerbungen für den "RWin 2019" gingen in der Redaktion von R+WTextilservice ein. Bis 1. April 2019 hatten Textilreinigungen, Wäschereien und Textilserviceunternehmen Zeit, sich mit ihren außergewöhnlichen Konzepten für den Branchenpreis zu bewerben.

Anfang Mai traf sich dann die Jury aus verschiedenen internationalen Branchenexperten zur Entscheidung über die Sieger in Frankfurt am Main. Einige Stunden saßen die aus allen Ecken Deutschlands, aus Österreich und der Schweiz angereisten Jurymitglieder in einem Konferenzraum am Frankfurter Flughafen zusammen, diskutierten, wägten ab, erörterten. Nachdem jeder seine Einschätzung abgegeben hatte, kristallisierten sich die "heißen" Kandidaten heraus. Schließlich fiel die Entscheidung: In diesem Jahr werden vier Textilpflegebetriebe mit dem "RWin" ausgezeichnet. Sie haben innovative, zukunftsweisende, nachhaltige Konzepte umgesetzt . Die prämierten Unternehmen kommen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

R+WTextilservice bedankt sich herzlich für das Engagement der „RWin“-Jury. Folgende Mitglieder gehörten in diesem Jahr dazu:

Folgenden Gewinnern gratulieren die Jurymitglieder und das Team von R+WTextilservice ganz herzlich:

"RWin 2019 – Textilreinigung des Jahres": mr.clean, Oberwart (Österreich)

Der Branchenaward „RWin 2019“ geht in der Kategorie „Textilreinigung des Jahres“ an mr.clean aus Oberwart. Das Unternehmen traute sich, in dem kleinen Ort im Burgenland als vierte Textilreinigung zu eröffnen – und beeindruckte eine internationale Expertenjury aus der Textilpflegebranche mit einem ausgereiften Markenkonzept sowie unternehmerischem Mut.

mr.clean Ladislaus Szabo RWin

„Wie deppert muss einer sein, der in Oberwart ein Geschäft aufmacht“, titelte das Frauenmagazin „Wienerin“ im September 2016. Lage, Lage, Lage heißt es schließlich im Immobiliengeschäft. Auch Putzereien müssen sich fragen: Wo werde ich gesehen? Wo erreiche ich meine Kunden am besten? Die Textilreinigung mr.clean hat darauf eine ungewöhnliche Antwort gefunden: In der Bezirksstadt Oberwart, die nur etwas mehr als 7.600 Einwohner zählt. Besitzer Ladislaus Szabo stammt aus dem Ort, seine Eltern hatten dort eine Putzerei. Er selbst eröffnete dort 2015 sein Geschäft.

„Bio-Putzerei“ nannten die Ortsansässigen die Textilreinigung anfangs, weil Szabo nicht nur besonderen Wert auf Qualität, sondern auch auf ökologische Reinigungsverfahren legt. Dafür verwendet Szabo Kohlenwasserstofflösungsmittel (KWL). Auch moderne Waschmittel mit EU-Ecolabel kommen zum Einsatz. Außerdem wird in der Reinigungsmaschine des Unternehmens das nötige Kühlwasser im Kreislauf geführt, um den Wasserverbrauch gering zu halten. Der Strombedarf von mr.clean wird über die hauseigene Photovoltaikanlage gedeckt. Das Konzept der Putzerei, in die Szabo mit seinem privaten Vermögen investierte, umfasst aber mehr.

Photovoltaik mr.clean RWin

Mit mr.clean hat Szabo passend zu seiner umweltbewussten Ausrichtung eine „grüne“ Marke entwickelt: Auf grünem Untergrund strahlt dem Kunden ein weißer Anzug entgegen. Die Wortbildmarke findet sich nicht nur auf der Website mit Onlineshop und im eigens erstellten Imagefilm. Kunden können an der einheitlichen Aufmachung auch externe Annahmestellen der Putzerei erkennen.

Neben einem modernen, frischen Markenauftritt fand bei der Jury auch die außergewöhnliche Nähe zum Kunden Beachtung: Mitten in der Hauptstraße hat Szabo seinen Laden eröffnet, damit er auch für ältere Kunden ohne Auto leicht zu erreichen ist. Die Kundschaft hat sich nicht ihm anzupassen – er passt sich den Kunden an. Eine persönliche Note im Kundengespräch gehört für die Putzerei selbstverständlich dazu: Wie heißt der Kunde? Möchte er eine Bügelfalte? Was bewegt ihn privat? Was in kleineren Orten oft zum guten Ton gehört, ist elementarer Bestandteil der Philosophie von mr.clean.

Szabo stellt sich mit seinem Geschäftsmodell auf die Kleinstadt ein. Das überzeugte die Jurymitglieder. Das Konzept des Quereinsteigers ist rund: Standort, Nachhaltigkeit, Markenauftritt und Kommunikation. Alles ist durchdacht und aufeinander abgestimmt.

"RWin 2019 – Wäscherei/Textilservice des Jahres": Wäscherei Heinzmann, Raron (Schweiz)

Die Wäscherei Heinzmann AG aus Raron in der Schweiz gewinnt den Branchenaward „RWin 2019“ und ist „Wäscherei des Jahres“. Das Unternehmen zeigt sich außergewöhnlich innovativ und kundenorientiert. Mit ausgefallenen Ideen wie einem Wind-und-Wetter-Lieferservice per Hubschrauber überzeugte der Textildienstleister eine internationale Expertenjury aus der Textilpflegebranche.

Heinzmann liefert Wäsche im Notfall mit dem Helikopter

Ein einsames Erholungsresort, weit und breit nur Berge, Schnee und der Himmel: Was für manchen Gast Entspannung bedeutet, ist für viele Hoteliers eine logistische Herausforderung. Denn auch am abgelegensten Ort wollen Hotels bzw. ihre Gäste mit Essen, aber auch frischer Wäsche versorgt sein. Ländlich gelegene Pflegeeinrichtungen müssen sich ebenfalls mit dieser Problematik auseinandersetzen. Die Versorgung mit sauberer Wäsche ist für sie eine zentrale Frage der Hygiene. Hans-Peter Heinzmann, Geschäftsführer der Wäscherei Heinzmann in Raron, beliefert mit seinem zuverlässigen Wäschelieferservice auch solche Hotels, Gaststätten und Pflegeeinrichtungen, die schwer zu erreichen sind.  

Um den hauseigenen Service selbst Kunden in den entlegensten Orten der Schweiz anbieten zu können, scheut das Unternehmen keine Mühen. Ob mit der Luftseilbahn und dem Pistenfahrzeug oder wenn nötig per Luftweg mit dem Hubschrauber (R+WTextilservice berichtete im Januar 2018: "Wäscherei beliefert eingeschneites Zermatt mit Helikopter") – die Wäsche findet ihren Weg zum Kunden. Der Kunde steht für die Wäscherei Heinzmann im Mittelpunkt. So stattet Heinzmann auf Wunsch beispielsweise die Wäsche des Kunden mit modernster Technik aus, sogenannten UHF-RFID-Transpondern. Mit diesen Chips gekennzeichnete Wäsche lässt sich mittels Antennen und Software nachverfolgen. Das bietet den Kunden entsprechende Transparenz, wo ihre Textilien sich gerade befinden.

Mehr zum Einsatz von " radio-frequency identification", also Identifizierung mit Hilfe elektromagnetischer Wellen, kurz RFID in Wäschereien und Textilserviceunternehmen lesen Sie auf der RFID-Themenseite von R+WTextilservice.

Heinzmann regelt regelt Logistik in Zermatt mit Elektrofahrzeugen

Der Fahrzeugpark ist ebenso beeindruckend, denn trotz aufwändiger Anlieferung legt Heinzmann dabei Wert auf Ökologie. In Zermatt und Saas-Fee setzt die Wäscherei ihre eigenen Elektrofahrzeuge zur Verteilung der Wäsche ein. Die grossen Lastkraftwagen des Unternehmens besitzen einen speziellen Kofferaufbau, damit diese per Bahn transportiert werden können.

Heinzmann zählt zu den umweltfreundlichsten Wäschereien in der Schweiz. Dank einer 4.000 m2 grossen Photovoltaikanlage produziert die Großwäscherei 440.000 kWh Eigenstrom pro Jahr. Auch eine Rückgewinnungsanlage mit Abwasser- und Mangelabluftwärmetauscher verringert den ökologischen Fussabdruck des Unternehmens.

Dabei bleiben weder Qualität noch Mitarbeiter auf der Strecke. Zu den zufriedenen Kunden der Wäscherei Heinzmann gehören unter anderem Fünfsternehotels. Auch die Zufriedenheit der mehr als 100 Beschäftigten liegt Heinzmann am Herzen. Dafür veranstaltet die Großwäscherei beispielsweise regelmäßig Firmenevents wie Grillpartys oder gemeinsames Rodeln.

"RWin 2019 – Sonderpreis für Mitarbeiterführung": Wäscherei Colonia, Köln (Deutschland)

Der Branchenaward „RWin 2019“ geht an die Wäscherei Colonia GmbH & Co. KG. Das Kölner Unternehmen holt sich für viele kreative Ideen, die den Mitarbeitern zugutekommen, einen Sonderpreis für Mitarbeiterführung. Besonders herausragend: Das betriebsinterne Frühstück für alle. Das Unternehmen veranschaulichte einer Expertenjury aus der Textilpflegebranche die großen Auswirkungen dieser auf den ersten Blick eher kleinen Maßnahme.

Kölner Unternehmerpreis

Ohne Mitarbeiter steht jedes Unternehmen still. Die Wäscherei Colonia hat die eigenen Angestellten deswegen zum wichtigsten und wertvollsten Betriebsmittel ernannt. Das Team ist bunt gemischt: Ob groß oder klein, dick oder dünn, schwarz oder weiß, körperlich eingeschränkt oder nicht – die Wäscherei Colonia lebt und liebt Vielfalt. Auch einige Beschäftigte, die erst seit kurzem in Deutschland leben, gehören zum Team.

Die Geschäftsführer Stephan Palmer und Andreas Agridopoulos überlegen stetig, was sie ihren Mitarbeitern bieten können. Deshalb führten sie beispielsweise eine Musikwunschliste ein, die für gute Laune am Arbeitsplatz sorgen soll. Zahlungen über dem Mindestlohn, eine flexible Arbeitszeitgestaltung, betriebliche Förderungen sowie gemeinsame Unternehmungen gehören für die Colonia-Chefs eher zu den üblichen Ideen. Die „RWin“-Jury honoriert mit dem Sonderpreis für Mitarbeiterführung jedoch vor allem jene Maßnahmen, die darüber hinausgehen.

Mit einer dieser Ideen bewarb sich die Wäscherei für den „RWin 2019“ – dem Mitarbeiterfrühstück. 2018 fiel der Geschäftsführung mehrfach auf, dass ein Teil der Mitarbeiter ohne Frühstück zur Arbeit erschien. Die Wäscherei Colonia forschte nicht lange nach den Ursachen, die einzelnen Mitarbeitern eventuell unangenehm waren. Stattdessen beschloss das Unternehmen, ein Frühstücksangebot für alle einzurichten. Die Küche wurde neu gestaltet und im Sommer 2018 eine Hausdame eingestellt, die für alle Mitarbeiter täglich ein kostenloses Frühstück zubereitet. Sie achtet nicht nur auf ein gesundes, abwechslungsreiches Angebot, sondern geht auch auf individuelle Ansprüche ein.

Colonia RWin Küche

Die Effekte, von denen die Wäscherei Colonia berichten kann, sind beachtlich. Das Frühstück ist zum gemeinsamen Treffpunkt geworden. Das bunt gemischte Team schaut nicht nur kulinarisch über den Tellerrand (Heute mal Ei? Oder doch lieber Weißbrot mit Oliven?). „Alte Hasen“ tauschen sich mit „Neulingen“ aus, Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen unterhalten sich und die Deutschkenntnisse ausländischer Teammitglieder, verbessern sich.

Die Wäscherei Colonia nimmt nicht nur ein besseres Betriebsklima und eine festere Bindung an das Unternehmen wahr. Die Mitarbeiter engagieren sich auch stärker und sind kreativer. Zudem stellte die Geschäftsleitung deutlich weniger Fehlzeiten wegen Krankheiten und eine Kostenersparnis durch geringere Fluktuation fest. Die beachtlichen Ergebnisse der Maßnahme „Mitarbeiterfrühstück“ überzeugten die Expertenjury.

Die Wäscherei Colonia konnte bereits vor sieben die internationale Expertenjury überzeugen und den „RWin 2012“ gewinnen – damals für ihre effektive und abwechslungsreiche Öffentlichkeitsarbeit, die die gesamte Branche positiv repräsentierte.

"RWin 2019 – Sonderpreis für Rettung aus der Insolvenz": DuVa Tex, Elbtal (Deutschland)

Die DuVa Tex GmbH hat sich den Branchenaward „RWin 2019“ hart erarbeitet. Die Wäscherei gewinnt den Sonderpreis für die Rettung aus der Insolvenz. Die beiden jungen Eigentümerinnen hatten 2012 die insolvente Wäscherei Jung übernommen und sie vorbildlich wieder aufgebaut. Das Ergebnis imponierte einer internationalen Expertenjury aus der Textilpflegebranche.

Marie Christin Duscha  Lena Valeske-Schmidt   DuVa Tex Wäscherei RWin

Ein Großteil des Maschinenparks verkauft, der Rest teilweise unbrauchbar oder veraltet: So fingen die beiden Geschäftsführerinnen Marie Christin Duscha und Lena Valeske-Schmidt 2012 an. Eigentlich studierten beide „International Management“ und waren Quereinsteiger. Doch schon nach zwei Wirtschaftsjahren schrieben die jungen Unternehmerinnen positive Zahlen, nach fünf erwirtschafteten sie einen Umsatz von circa einer Million Euro pro Jahr.

Wie haben sie das geschafft? Gleich zu Beginn stellten sie zwei Dinge fest: Erstens, ihre Kunden legen viel Wert auf Qualität. Dafür muss eine Wäscherei nicht nur exzellent reinigen, sondern den Kunden auch einen besonders guten Service bieten. Die beiden Geschäftsführerinnen erleichtern aus diesem Grund regionalen Unternehmen ihren Alltag und bieten einen Hol- und Bringservice. Zweitens, um wettbewerbsfähig zu bleiben, mussten sie energieeffizient arbeiten. Danach richteten sie schließlich ihre Wäscherei aus.

Der Maschinenpark wurde umgerüstet und eine zentrale Wasseraufbereitungs- und Rückgewinnungsanlage gekauft. Damit reduzierten sie den Verbrauch an Frischwasser sowie Abwasser um 40 Prozent. Das Frischwasser wird dafür zweifach im Waschkreislauf verwendet, das Abwasser um das Frischwasser zu erhitzen. So gelang es den jungen Frauen gleichzeitig, den Gasverbrauch der Wäscherei um 25 Prozent zu senken.

Drittens wurde die Wäschereisoftware texcontrol zur Kostenkalkulation der Artikel implementiert. Damit wissen die Unternehmerinnen, welcher Bearbeitungsschritt welche Kosten verursacht. Es kann gezielt nach Optimierungsmöglichkeiten gesucht und es können sehr schnell Preise für Angebote kalkuliert werden. Insgesamt werden dadurch wirtschaftliche Zusammenhänge verständlicher.

Der wirtschaftliche Umbau des Unternehmens ist ein voller Erfolg und spiegelt sich nicht nur in den Umsatzzahlen wider. Die „RWin“-Jury kann diesen schnellen und gründlichen Wandel bestätigen. Die 180-Grad-Wende nach einer Insolvenz sei nicht alltäglich und wurde nun mit dem Sonderpreis für die Rettung aus der Insolvenz als nachahmenswertes Beispiel für unternehmerischen Mut gewürdigt.

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Mehr zu den Gewinnerkonzepten und Preisverleihungen

In den nächsten Ausgaben von R+WTextilservice erfahren Sie mehr über die Gewinner, ihre Projekte und Konzepte und die feierlichen Preisverleihungen in den Betrieben vor Ort.

Das Fachmagazin R+WTextilservice prämiert bereits zum elften Mal Unternehmen aus dem Textilpflegebereich, die sich durch ihr außergewöhnliches Engagement hervortun, mit dem Branchenoscar „RWin“. Wie in den Vorjahren entschied eine internationale Jury aus der Textilpflegebranche über die Vergabe der Preise. Das Verbreitungsgebiet von R+WTextilservice erstreckt sich über Deutschland, Österreich und die Schweiz.

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