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Erneut finanzielle Schwierigkeiten Textilunternehmen Lauffenmühle leitet Insolvenzverfahren ein

Textilhersteller Lauffenmühle in Lauchringen ist insolvent. Ein entsprechendes Verfahren wurde am 11. Januar 2019 eingeleitet. Es ist nicht die erste Insolvenz des Traditionsunternehmens mit knapp 250 Mitarbeitern; bereits 2009 und 2015 drohte die Zahlungsunfähigkeit.

Die Lauffenmühle GmbH & Co. KG mit Sitz in Lauchringen hat am 11. Januar 2019 ein Insolvenzverfahren beim Amtsgericht Walds­hut-Tiengen eingeleitet. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stuttgarter Kanzlei Grub Brugger hervor. Das Amtsgericht bestellte Rechtsanwalt Dr. Philipp Grub zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Das Unternehmen werde nach Stellung des Insolvenzantrags fortgeführt und soll in diesem Zuge saniert und restrukturiert werden. Hierzu hätten die Geschäftsführer Volker Steidel und Werner Ritzi bereits vor Stellung des Insolvenzantrags einen geordneten Veräußerungsprozess eingeleitet, mit dem Investoren bzw. Übernahmeinteressenten angesprochen wurden. Die Verhandlungen mit bereits vorhandenen Interessenten werden laut Pressemitteilung mit Nachdruck fortgeführt. Steidel und Ritzi seien zuversichtlich, Lauffenmühle neu ausrichten zu können.

Lauffenmühle ist spezialisiert auf die Produktion von Stoffen und Geweben für Berufsbekleidung. Am Standort Lauchringen (Spinnerei und Weberei) werden 166 Arbeitnehmer beschäftigt, am Standort Lörrach-Brombach (Veredlung) 78 Arbeitnehmer. Lauffenmühle befinde sich in einem schwierigen Marktumfeld mit „erheblichem Preis- und Kostendruck“, heißt es in der Pressemitteilung. Im Jahr 2018 konnte das Unternehmen bei gleichzeitig gestiegenen Beschaffungs- und Energiekosten die gesteckten Ziele nicht erreichen.

Betroffen vom Insolvenzverfahren ist die Produktionsgesellschaft Lauffenmühle GmbH & Co. KG; unberührt davon bleibt die Vertriebsgesellschaft Lauffenmühle System GmbH. Die Kundenbeziehungen seien daher von der Insolvenz nicht betroffen.

Das Unternehmen war schon mehrfach insolvent. 1993 und 1994 hatte das Unternehmen zweimal Vergleich angemeldet, was der heutigen Insolvenz entspricht. 2009 wurde ein Insolvenzantrag gestellt, ebenso 2015. Das letzte Planinsolvenzverfahren konnte am 22. Februar 2016 abgeschlossen werden. Im Juli 2016 übernahmen Volker Steidel und Werner Ritzi jeweils 47 Prozent der Gesellschaftsanteile.

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