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R. & E. Goebel GmbH Vorhang- und Lamellenservice – Putzerei – Wäscherei – Färberei, Wien Ein Patissier in der Putzerei

Neben Reinigung und Wäscherei bietet die R. & E. Goebel GmbH in Wien auch Außergewöhnliches: Dazu gehören u.a. ein Vorhangservice, aber vor allem die Stückfärberei. Geschäftsinhaber Stefan Posch ist Quereinsteiger und erklärt, was die Textilpflegebranche von der Spitzengastronomie lernen kann.

„Uns wird nichts zu bunt.“ Das ist das Motto der Wäscherei & Färberei R. & E. Goebel. Das Wiener Familienunternehmen ist nach eigenen Angaben die einzige Stückfärberei Mitteleuropas. Die Firmenphilosophie bezieht sich aber nicht nur auf die bunten Textilien, sondern auch auf den Kundenservice: Sonderwünsche, egal wie ausgefallen, werden erfüllt. Ob flammhemmende Imprägnierung großer Bühnenvorhänge, die Reinigung wertvoller Kostüme, das Maßanfertigen hauchdünner Fensterbehänge oder das Färben reich verzierter Brautkleider – Stefan Posch kümmert sich darum. Er führt den Betrieb zusammen mit seinen Eltern, Regina und Alfred Posch.

Die Wäscherei & Färberei R. & E. Goebel in Wien gibt es bereits seit 1901. Im Jahr 2000 übernahm Stefan Poschs Vater den Betrieb. Alfred Posch ist gelernter Tapezierer, begann seine Laufbahn als Vorhangmonteur und stieg bis zum Betriebsleiter bei einem der größten Textildienstleister Österreichs auf – so brachte er das Know-how von der Textilreinigung über die Wäscherei bis hin zum Vorhang- und Lamellenservice mit. Letzterer Bereich ist stark gewachsen und macht mittlerweile 60 Prozent der Kunden aus, erzählt Stefan Posch. Dazu gehören neben vielen öffentlichen Ämtern auch Banken, große Versicherungshäuser, diverse Schulen und die Stadt Wien. In der Saison, die von März bis Oktober läuft, werden täglich 800 bis 1.000 Vorhänge, Lamellen und andere Fensterbehänge bearbeitet. Zum Service gehört aber nicht nur die Reinigung bzw. Wäsche. Abholung, Zustellung, Montage, Reparaturarbeiten, ein Erinnerungsservice und sogar eine Neuausstattung bietet R. & E. Goebel an. Zum Repertoire zählt jegliche Art von Indoor-Fensterbehang, von Faltstore über Jalousien und Rollos bis zu Flächenvorhängen usw. Auch Maßanfertigungen sind möglich. Zusammen mit einer Partnerschneiderei versucht der Textilpflegebetrieb, jegliche Wünsche bezüglich Stoff, Design und Farbe abzudecken. Ein japanisches Restaurant wünschte sich z.B. einen Fensterbehang aus hauchdünnem Stoff und Bambusleisten – in Kooperation mit der Schneiderei machten Stefan Posch und seine Mitarbeiter das möglich.

Vom Hochzeits- zum Ballkleid umgefärbt

In der Färberei sind Sonderwünsche ebenfalls an der Tagesordnung. Da das Einfärben von Einzelstücken kaum noch angeboten wird, bekommt Posch viele Päckchen mit Textilien – täglich aus Deutschland und der Schweiz, ab und an auch von anderen Kontinenten. Man färbt Seide-, Baumwoll- oder Synthetiktextilien, von einzelnen Socken bis hin zu 300-m-Stoffballen. Oftmals kommen Hochzeitskleider in die Färberei, die als Ballkleider weitergenutzt werden sollen. „Eine sensible, emotionale Geschichte, da die Kleider natürlich nicht nur einen materiellen, sondern v.a. auch sentimentalen Wert haben“, weiß Posch, der selbst seit zwei Jahren verheiratet ist.

Gefärbt wird im offenen Verfahren in einem Becken. Der Färbemeister, ein Textiltechniker aus Ungarn, kennt sich bestens mit Geweben und Farblehre aus. Bei jedem einzelnen Teil überlegt er genau, welche Behandlung das Textil benötigt. Denn: Jede Färbung ist ein Eingriff in die Faser. „Das ist sehr viel Hand- und auch Kopfarbeit – statt im Computer, hat unser Mitarbeiter alle Informationen über Technik, Material etc. im Kopf“, erläutert Posch. Beim Färben im offenen Becken muss ständig umgerührt und das Textil gehoben werden, um Gleichmäßigkeit zu erreichen. Neben Bekleidung färbt R. & E. Goebel auch Sofabezüge, Vorhänge oder andere Textilien. Für die Färbung von Leder hat das Unternehmen ebenfalls einen Partner.

Zwei Millionen Euro in Neubau investiert

Stefan Posch ist Quereinsteiger und hat sich sein komplettes Wissen über Textilpflege und Färberei selbst angeeignet. Zwölf Jahre lang war er Patissier und arbeitete in der Sternegastronomie in der Schweiz, in Deutschland und Frankreich – auch das Hotel Sacher war eine seiner Stationen. Seit 2011 ist er in der Textilpflegebranche tätig, nachdem sein Vater ihn gefragt hatte, ob er in den Familienbetrieb einsteigen wolle. Das wollte Stefan Posch – und zwar richtig: Er initiierte und begleitete den Neubau der Hauptzentrale des Unternehmens in einem Industriegebiet für zwei Millionen Euro und stieß auch sonst zahlreiche Neuerungen an. „Ich will den Betrieb einfach zukunftssicher aufstellen“, sagt der 30-Jährige.

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