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Jahresabschluss Elis meldet für 2020 positives Betriebsergebnis

Im Coronajahr 2020 konnte Elis sein Betriebsergebnis trotz 14,5 Prozent Umsatzeinbußen im Vergleich zum Vorjahr verbessern, Schulden tilgen und Gewinne erwirtschaften. Für das Jahr 2021 erwartet das international tätige Unternehmen ein Wachstum von drei Prozent.

14,5 Prozent der Umsätze brachen 2020 bei Elis weg. Dennoch konnte der Textildienstleister der Corona-Krise trotzen. Das zeigt der nun veröffentlichte Jahresabschluss. Der Konzern verbesserte sein Betriebsergebnis (EBITDA-Marge) um 20 Basispunkte auf 33,8 Prozent des Umsatzes und konnte mehr als 90 Millionen Euro Schulden tilgen. Das gute Ergebnis, davon ist CEO Xavier Martiré überzeugt, bestätigt die eingeschlagene Strategie: eine Vielfalt an Kunden und ein breites Portfolio.

Elis verfolgt strikten Sparkurs

Elis bietet seinen Service in 28 Ländern an. Insbesondere im Gastgewerbe machten sich geschlossene Hotels und Reisebeschränkungen bemerkbar. Um liquide zu bleiben, verfolgte Elis einen rigiden Sparkurs: Das Unternehmen legte mehr als 100 Anlagen still, setzte bei Bedarf weniger Mitarbeiter in der Produktion ein und strukturierte seine Werke um. Gleichzeitig strich Elis nicht notwendige Investitionen und verstärkte den Kontakt mit Kunden, mit dem Ziel, auf deren veränderte Bedürfnisse einzugehen. Mit Erfolg: Das Unternehmen erwirtschaftete 217 Millionen Euro an frei verfügbaren Mitteln. Das entspricht einem Anstieg des Free Cash Flows von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Abzug der Leasingzahlungen entspricht das 216,8 Millionen Euro.

Große Verlust im Bereich Tourismus

Die größten Verluste verbuchte Elis im Bereich Tourismus. Das zeigt sich besonders in südeuropäischen Ländern wie Spanien und Portugal. Mehr als 60 Prozent des Gesamtumsatzes generieren Hotels und Gastgewerbe. Diese Bereiche brachen aufgrund der Reisebeschränkungen ein. Auf das Jahr 2020 umgerechnet gingen die Einnahmen in Südeuropa um 33,5 Prozent zurück – allein in Portugal um 30 Prozent und in Spanien um 40 Prozent.

Entwicklung in den einzelnen Ländern

In Frankreich stammt ein Drittel der Elis-Kunden aus dem Gastgewerbe, der Umsatz ging 2020 um 18,6 Prozent zurück. Trotz einer guten Sommersaison stagnierte das Geschäft. Im Gegensatz dazu konnte das Unternehmen in den Sektoren Industrie, Gesundheitswesen und Handel mit Arbeitsbekleidung seine Aktivitäten ausbauen. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Großbritannien und Irland. Der Bereich Gastgewerbe ging seit Beginn der Krise um 60 Prozent zurück. Insgesamt verbuchte das Unternehmen Umsatzverluste in Höhe von 23 Prozent.

In Lateinamerika nimmt ein hoher Anteil aus krisenfesten Bereichen wie die Lebensmittelindustrie und das Gesundheitswesen die Textildienstleistungen von Elis in Anspruch. Mit den Kunden aus dem Tourismus ging der Umsatz insgesamt um 18,7 Prozent zurück. Rechnet man Wechselkursschwankungen mit ein, fällt der Wert sogar auf 24,6 Prozent.

In Mitteleuropa bearbeitet Elis hauptsächlich Berufsbekleidung. In dieser Region sank der Umsatz lediglich um 3,7 Prozent. Ähnlich gering fielen die Verluste in skandinavischen Ländern und Osteuropa aus. Dort setzt der Textildienstleister hauptsächlich auf Kunden aus der Industrie. Der Rückgang lag bei Minus 6,5 Prozent.

Nettogewinn liegt bei 138,7 Millionen

Dass der Jahresabschluss relativ mild ausfällt, liegt laut dem Unternehmen u. a. an den drastisch gesenkten Kosten. Im Vergleich zu 2019 reduzierte Elis seine Ausgaben um 61,6 Millionen Euro. Der verbleibende finanzielle Aufwand in Höhe von 88,4 Millionen Euro setzt sich laut dem Unternehmen hauptsächlich aus Zinszahlungen, Leasingraten und Kredittilgungsraten zusammen. Auf der Einnahmenseite für fortgeführte Geschäfte verbuchte Elis einen Nettogewinn von 138,7 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von 45,9 Prozent.

Realistisches Bild ab dem zweiten Quartal 2021

CEO Martiré geht davon aus, dass der Sparplan 2021 nachwirkt. Elis rechnet mit einem organischen Wachstum von drei Prozent. Allerdings könnte die Wachstumsrate im ersten Quartal zunächst um 15 Prozent einbrechen. Als Grund nennt das Unternehmen die Bezugsgröße: Die Werte werden mit dem Vorjahr, also mit Vor-Corona-Umsätzen, verglichen. Erst ab dem zweiten Quartal zeichne sich daher ein realistischeres Bild ab.

Trotz der noch unsicheren Lage in Bezug auf Impfungen, Mutationen und der Erholung des internationalen Reiseverkehrs schätzt Elis, dass sich die Auftragslage im ersten Halbjahr stabilisiert und zur Jahresmitte hin sogar steigt. Für den nächsten Jahresabschluss könnte dann die EBITDA-Marge weiter steigen und der Free Cashflow zwischen 190 und 230 Millionen Euro liegen. Trotz der positiven Prognose betont Martiré: "Die aktuelle Lage zwingt uns, vorsichtig zu bleiben."

Darüber hinaus möchte das Unternehmen künftig stärker seiner unternehmerischen Verantwortung gerecht werden. Im November 2020 wurde daher ein CSR ("Corporate Social Responsibily")-Ausschuss eingerichtet. Für alle nicht-monetären Ziele gebe es einen Aktionsplan bis 2025.

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