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Award „RWin 2010“ Konzepte, die überzeugen

Im Rahmen des RWTextilservice Praxistags wurde am 16. April 2010 zum zweiten Mal der Branchenpreis „RWin – Wäscherei/Textilservice des Jahres“ bzw. „RWin – Textilreinigung des Jahres“ vergeben. Prämiert wurden außergewöhnliche unternehmerische Leistungen und kreative Konzepte.

Immer wieder drehten sich die Pausengespräche auf dem RWTextilservice Praxistag um die Preisträger des Jahres 2010: „Wer wird wohl in diesem Jahr mit dem Award nach Hause gehen?“ Wie bereits im Vorjahr hatten die Teilnehmer des RWTextilservice Praxistags die Gelegenheit, die Verleihung der Branchenpreise „RWin - Textilreinigung des Jahres 2010“ bzw. „RWin - Wäscherei/Textilreinigung des Jahres 2010“ live mitzuerleben.

Vanessa Ebert, Chefredakteurin des Fachmagazins RWTextilservice , führte zusammen mit den Jurymitgliedern Klaus Jahn, Geschäftsführer des Industrieverbands Textil Service (intex), und Paul Söhnlein, Vertriebsdirektor Fashion Care, durch die Verleihung. Bevor das Geheimnis um die diesjährigen Sieger gelüftet wurde, begrüßte Vanessa Ebert mit Hans-Jürgen Topf einen Unternehmer, der selbst schon einmal auf dem Siegertreppchen stand. Hans-Jürgen Topf ist als Wäscher der Stars über die Branche hinaus bekannt geworden. Seine Erfahrungen als Dienstleister für Herbert Grönemeier, Madonna, AC/DC und Co. hat er auch in einem Buch niedergeschrieben. Für sein außergewöhnliches Geschäfts- und Vermarktungskonzept nahm er den Branchenpreis im vergangenen Jahr entgegen. Er riet den Gewinnern dazu, kräftig die Werbetrommel zu rühren. „Mit der Auszeichnung wird Ihnen attestiert, dass Sie zu den Besten gehören und genau das sollten Sie auch kommunizieren.“

Auch in diesem Jahr gingen kreative Bewerbungsunterlagen, Fotos, Skizzen und Broschüren in der Redaktion ein. Das Auswerten der Bewerbungsunterlagen war schließlich die Aufgabe der Fachjury. In Frankfurt am Main trafen sich die Juroren, darunter Vertreter von Branchenverbänden und Instituten, um die eingereichten Ideen und Konzepte der Bewerber unter die Lupe zu nehmen. Nach einer genauen Prüfung und lebhaften Diskussionen standen am Ende des Tages die Gewinner fest.

Als Sponsor des Preises engagierte sich die Multimatic iLSA Deutschland GmbH. Geschäftsführer Dieter Kampmann wertete den Award als „eine gute Maßnahme, um die Öffentlichkeit auf die Branche aufmerksam zu machen“. Kampmann weiter: „Mit dem Award wollen wir als Sponsor aktiv etwas Positives zur Branche beitragen“, erklärte Kampmann.

Laudator Paul Söhnlein moderierte die erste Preisträgerin an und verlieh den Award „RWin - Textilreinigung des Jahres 2010“ zusammen mit Alexander Holzmann, Verleger von RWTextilservice und Vanessa Ebert an die Unternehmerin Rosemarie Luttmann aus Schenefeld. Die norddeutsche Textilreiniung zeichnet sich durch eine durchdachte Marketingstrategie und abwechslungsreiche, monatlich wechselnde Werbemaßnahmen aus. „Besonders überzeugt hat die Jurymitglieder das soziale Engagement von Rosemarie Luttmann“, so Söhnlein.

Seit mehr als zehn Jahren sorgt der Textilpflegebetrieb einmal im Jahr ganz groß für Aufmerksamkeit. An einem verkaufsoffenen Sonntag findet eine große Spendenaktion zugunsten sozialer Einrichtungen statt. Die Chefin und ihre Mitarbeiterinnen verkaufen dann Bekleidung und Textilien, die aus der Reinigung nicht mehr abgeholt wurden, zu Flohmarktpreisen. Der Erlös geht komplett an einen guten Zweck. Die Aktion ist mittlerweile so bekannt, dass inzwischen schon eine Stunde vor Verkaufsbeginn viele Menschen vor dem Geschäft warten, in der Hoffnung, einen Boss-Anzug für 10 Euro zu ergattern. „Das soziale Engagement ist echte und gelebte Firmenphilosophie. Zudem ist es eine Marketingmaßnahme, die gelungen ist und darüber hinaus auch noch Gutes bewirkt. Gründe, die die Jury überzeugt haben“, verdeutlichte Söhnlein die Entscheidung der Juroren.

In der Kategorie der Textilreinigungen hatte die Jury aber auch noch einen Sonderpreis vorgesehen: Der Award „RWin - Textilreinigung des Jahres 2010 - Sonderpreis für ein gelungenes Vertriebskonzept“ ging an das Unternehmen Shirtrunner. Das Siegerkonzept von Unternehmensgründer Adam Preuß beschrieb Paul Söhnlein wie folgt: „Nicht der Kunde soll sich bewegen, sondern die Wäsche. Der Geschäftsführer von Shirtrunner macht der Wäsche buchstäblich Beine, weil er die Schmutzwäsche direkt beim Kunden im Büro oder an der Arbeitsstelle abholt und sauber wieder liefert.“

Die Grundlage für diese Firmenidee entstand, als Adam Preuß als Kunde einer Reinigung seinen Abholbon verlegt hatte. Darauf aufbauend entstand das Konzept, das bis ins Detail durchdacht ist. „So wurden z.B. für den Transport eigens Kleidersäcke entwickelt, die leicht zur Wäschetasche umfunktioniert werden können. So ist eine diskrete Übergabe der Wäsche möglich“, stellte das Jurymitglied das Konzept vor. Die Homepage (www.shirtrunner.de) rundet Dienstleistung und Außenauftritt ab. Jeder Kunde kann dort online seine Abhol- und Ausliefertermine einsehen und ändern. „Die Jungs mit den Blackberrys - das sind meine Kunden. Und für die ist es wichtig, per Mausklick Daten zu erhalten und ändern zu können“, verdeutlichte Preuß nochmals die Wichtigkeit seines Internetauftritts. Adam Preuß ist kein Konkurrent für bestehende Textilreinigungen - im Gegenteil: Für seine Kooperationspartner ergeben sich durch die interessante Zielgruppe neue Umsatzpotenziale. Wie er im Gespräch mit RWTextilservice erklärte, arbeite er nur mit qualitätsorientierten Reinigungen zusammen, die auch den Anforderungen und Ansprüchen seiner Kunden gerecht werden.

„Als Quereinsteiger schaffte es Adam Preuß, ein gelungenes Vertriebskonzept auf die Beine zu stellen, das rundum stimmig ist. Auch der Außenauftritt über Homepage und Corporate Identity überzeugt die Jury von diesem Konzept“, führte der Vertriebsdirektor der EFIT aus. In der Kategorie der „Wäscherei/Textilservice des Jahres 2010“ wurden in diesem Jahr gleich zwei erste Preise vergeben. „Unsere Preisträger sind in Struktur und Ausrichtung sehr verschieden. Was beide eint: Sie haben in puncto Energieeinsparung Außerordentliches geleistet“, erklärte Vanessa Ebert die Beweggründe. „Kleine wie große Unternehmen können im Rahmen ihrer Möglichkeiten viel erreichen“, so Ebert weiter.

Laudator Klaus Jahn überreichte den Award „RWin - Wäscherei/Textilservice des Jahres 2010“ in der Kategorie „Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern“ an Stephan Güthler, Geschäftsführer der Spezialwäscherei Güthler. Sein ausgeklügeltes Energiekonzept, das pünktlich zum 100-jährigen Bestehen vollständig umgesetzt werden konnte, überzeugte die Jury. In drei Arbeitsschritten schaffte es Güthler, durch intelligente Wiederverwendung von Wasser und Ressourcen die Energiekosten um 60 Prozent zu senken. „Mein Nachbar brachte mich auf die Idee. Er hat sich von den Geräuschen des neuen Trockners in seiner Mittagsruhe im Freien gestört gefühlt“, erinnerte sich Güthler. „Als ich dann aufs Dach stieg, um die Geräusche zu überprüfen, wurde mir bewusst, wie viel Energie ungenutzt entweicht.“ Dieser Gedanke war auch der erste Anstoß für ein durchgängiges Energiekonzept und so entwickelte Stephan Güthler im Jahr 2003 zusammen mit einem Wäschereimaschinenanbieter einen zweiten, umgebauten Trockner, der die warme Abluft des vorhandenen Geräts zur Beheizung und Luftführung nutzt. Dadurch konnte das übliche interne Heizregister ersetzt und eine Ersparnis von 7.000 l Heizöl erzielt werden. Nach einem halben Jahr Planungs- und Entwicklungszeit konnte Güthler in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen aus der Heizungs- und Solartechnik im Oktober 2006 die nächste technische Innovation in Betrieb nehmen. Das Herz der Anlage ist ein individuell entwickelter Kreuzstromwärmetauscher, der im Gegenstromverfahren die heiße Abluft des zweiten Trockners für den Heizvorgang des ersten Trockners nutzt. Im März 2010 wurden schließlich die Abschlussarbeiten an einer Anlage fertig gestellt, mit deren Hilfe sich die restliche Abluft zum Erwärmen des Brauchwassers nutzen lässt. 15.500 l Heizöl hat Stephan Güthler durch seine Maßnahmen gespart.

Das Tüfteln soll weitergehen. „Erste Ideen und Träume habe ich bereits. Wie weit sie sich allerdings umsetzen lassen, dass muss ich erst noch herausfinden“, erklärte Güthler.

Klaus Jahn verwies in seiner Laudatio darauf, dass den Preisträger „vor allem der gelebte Umweltschutz und die Ressourceneinsparung auszeichnen. Darüber hinaus war die Jury vom Engagement des Unternehmens und der Tüftelei begeistert. „Eine vorbildliche unternehmerische Leistung“, schloss Klaus Jahn.

Den Award „RWin - Wäscherei/Textilservice des Jahres 2010“ mit mehr als 50 Mitarbeitern überreichte Verleger Alexander Holzmann zusammen mit Jurymitglied KommR Walter Imp, Bundesinnungsmeister der österreichischen Textilreiniger, Wäscher und Färber, und Kuno Grassner, Landesinnungsmeister der Innung Oberösterreich, an das österreichische Unternehmen Wozabal.

„Der Textildienstleister Wozabal aus Linz in Österreich verarbeitet an sieben Standorten täglich mehr als 125 t Textilien und bietet mehr als 1.000 Kunden eine flexible Dienstleistung nach Maß“, erklärte Klaus Jahn in seiner Laudatio. Nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus ökologischen Gründen hat sich der Dienstleister für die Einführung eines Energiemanagementsystems eingesetzt und ein umfangreiches Energieeinsparungskonzept erarbeitet. „Geschäftsführer Christian Wozabal sieht die Nachhaltigkeit als ein Grundprinzip der Unternehmensphilosophie. Konsequent werden dabei alle Bereiche des Unternehmens mit einbezogen. Durch energieoptimierende Maßnahmen an verschiedenen Standorten wurden Abwasser, Gas und Strom enorm reduziert“, würdigte Klaus Jahn das österreichische Unternehmen. Doch damit nicht genug. „Unser nächstes Ziel ist es, die Energie um 30 Prozent zu reduzieren. Dafür werden wir auch wieder einen langen Atem und viel Geduld brauchen. Nur wer eine deutliche Sprache spricht, kann auch seine Mitarbeiter davon überzeugen“, erklärte Arno Friedl, Umweltbeauftragter von Wozabal.

„Auch der hier gelebte und vorbildlich umgesetzte Umweltschutz und die Ressourceneinsparung führen zu einem gelungenen Gesamtkonzept, das mehr ist als die bloße Einhaltung von Richtlinien“, begründete der Laudator die Entscheidung der Jury.

Walter Imp unterstrich den Vorbildcharakter des Unternehmens über Ländergrenzen hinweg: „Wozabal hat die Herausforderungen unserer Zeit nicht nur angenommen, sondern darüber hinaus vorbildliche Rahmenbedingungen für die Zukunft geschaffen.“

Im Anschluss an die Preisverleihung ließen Teilnehmer und Gewinner gemeinsam mit Referenten des Praxistags, Juroren und Veranstaltern den Tag ausklingen. Bei einem bayerischen Buffet im Münchner „Pschorr“ am Viktualienmarkt wurden Ideen und Erfahrungen ausgetauscht sowie neue Kontakte geknüpft.

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