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Neue Studie Textilien in Hotels: Was wird am häufigsten geklaut?

Geht es um Textilien in Hotels, werden häufig deren Qualität, Sauberkeit oder Nutzwert thematisiert. Doch die Wäsche bringt auch einen Negativeffekt mit sich: Eine Studie hat belegt, dass Bademäntel und Handtücher in Hotels besonders häufig geklaut werden.

Der Hoteltester Wellness Heaven hat dieses Jahr 1.157 Hoteliers befragt, welche Gegenstände am häufigsten entwendet werden. Das Mitnehmen von Gegenständen wie Seifen oder Stifte gilt dem Unternehmen zufolge für viele Gästen als Kavaliersdelikt – doch dabei bleibt es nicht. Manche Besucher seien so unverschämt, dass sie Fernseher, Klaviere oder ausgestopfte Tiere aus dem Hotel tragen.

Das Hauptergebnis der Studie ist, dass die Mehrheit der Gäste Handtücher und Bademäntel klaut. Kleiderbügel, Stifte und Besteck folgen den beiden Spitzenreiter. Neben diesen "gewöhnlichen" Gegenständen gibt es auch eine Reihe von Ausreißern, die auf eine rege Diebstahlfantasie der Gäste schließen lässt.

Deutsche bevorzugen Handtücher und Bademäntel

Die Studie belegt, dass sich die Vorzüge von Diebesgut aus Hotels auch nach den jeweiligen Nationalitäten der Gäste unterscheiden. Der Umfrage zufolge stellt sich heraus, dass der deutsche Hotelgast einem "langweiligen" Diebstahlverhalten folgt: Neben Handtüchern und Bademänteln steckt er in erster Linie Kosmetik ein.

Geschirr und Kaffeemaschinen tauchen bei Österreichern oben in der Diebstahlskala auf. Italiener bevorzugen Weingläser als Souvenir, bei Schweizern ist der Haarföhn beliebt. Der Franzose vertritt die Nation, die am häufigsten Fernsehgeräte und Fernbedienungen mitgehen lässt. Holländische Hotelgäste sehen in ihren Mitbringseln vor allem den praktischen Nutzen: Glühbirnen und Toilettenpapier zählen zu ihren Favoriten.

Matratzen und Bettdecken aus 5-Sterne-Hotels bevorzugt

Diebstahlverhalten

Insgesamt wurden für die Studie 634 Hoteliers von 4-Sterne-Häusern sowie 523 von 5-Sterne-Hotels befragt, um das Diebesverhalten in Abhängigkeit vom Wohlstand der Gäste zu ermitteln. "Greed is good" scheint bei 5-Sterne-Gästen ein zuverlässiges Motto zu sein. Das Risiko für den Klau beispielsweise von Luxusmatratzen sei in einem 5-Sterne-Hotel um das 8,1-fache gegenüber einem 4-Sterne-Hotel erhöht. Wie sich die sperrige Ware jedoch unbemerkt aus dem Hotel transportieren lässt, bleibt ein Rätsel. Auf Nachfrage antworten manche Hoteliers, dass dies mitten in der Nacht über Aufzüge geschehe, die direkt in die Tiefgarage führen.

Passend zum Matratzenklau besorgen sich laut der Studie manche luxusaffinen Hotelgäste auch die Bettdecke, um das Schlaferlebnis mit Hotelreminiszenz in den eigenen vier Wänden zu komplettieren. Der Deckenklau ist in 5-Sterne-Hotels um das 3,9-fache wahrscheinlicher als im niedrigeren Segment.

Das skurrilste Diebesgut

Im Rahmen der Umfrage gaben die Befragten nicht nur sogenannte "Kavaliersdelikte" zu Protokoll, sondern auch verschiedene - teils wertvolle - Kuriositäten, die verschwunden sind. Eine beispielhafte Auswahl:

  • Badarmaturen: Ein Berliner Hotel gab an, dass Gäste sanitäre Gegenstände wie den Kopf einer Regendusche, eine Hydromassagedusche, einen Toilettensitz, ein Abflussrohr und ein Waschbecken entwendet haben.
  • Klavier: In Italien war der Diebstahl eines Wertgegenstands offenbar geplant. "Als ich einmal durch die Lobby lief, fiel mir auf, dass irgendetwas fehlte. Kurz darauf erfuhr ich, dass drei unbekannte Männer in Overalls das große Piano abtransportiert hatten. Es tauchte nie wieder auf", sagt ein italienischer Hotelier.
  • Unterhaltungselektronik: Ein Hotelbesitzer aus dem Sauerland berichtet davon, dass eines Morgens die gesamte Stereoanlage des Wellness-Bereichs verschwunden war.
  • Zimmernummern: In einem Hotel in England hatte ein Gast die Nummern von seiner Hotelzimmertür abmontiert. "Wir haben das erst bemerkt, als der nachfolgende Gast sein Zimmer nicht finden konnte", so die Hoteldirektorin.
  • Jagdtrophäe: In Frankreich wurde ein Gast bei dem Versuch erwischt, einen ausgestopften Wildschweinkopf zu stehlen. Später kam er noch zu seiner Beute: Freunde kauften sie dem Hotel ab und schenkten sie ihm zur Hochzeit.
  • Geschirr: Ein Stammgast eines anderen Hotels erbeutete ein ganzes Speiseservice, indem er regelmäßig über mehrere Monate immer wieder Teller, Tassen, Besteck und Gläser aus dem Hotelrestaurant mitgehen ließ.
  • Blumen: Das Management eines Resorts auf den Malediven berichtet, dass es mehrmals in der Woche neue Blumenarrangements nachkauft, um die verschwundenen zu ersetzen.

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