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Schutzmasken Youtuber Fynn Kliemann vertreibt Masken statt eigene Mode

Fynn Kliemann will helfen. Also nutzt der Youtuber seine Kontakte und stellt statt eigener Mode gemeinsam mit seiner Textilmanufaktur global tactics nun Mund-Nase-Masken her.

Fynn Kliemann hat viele Flausen im Kopf: Er baut Rasenmäher mit Fahrradantrieb, hängt Rollstühle an ein Quad oder verwandelt eine alte Badewanne in eine Schaukel. Doch hinter dem selbsternannten Heimwerkerkönig steckt ein ernsthafter Unternehmer. Der Niedersachse produziert Musik und vertreibt eigene Fan-T-Shirts. Seit Kurzem produziert er außerdem Mund-Nasen-Masken – und zwar im großen Stil. Er gilt mittlerweile als einer der größten Masken-Hersteller in Europa.

"Die Maskenpreise sind eine Frechheit", findet Kliemann. Dagegen geht der Unternehmer an. Inspiriert von einem Zeitungsartikel, dass italienische Konfektionen ihre Produktion umstellen, schritt er zur Tat. Rief seine Produzenten in Serbien und Portugal an, stimmte Schnitte ab und erstellte Muster. Schon drei Tage später fertigten 80 Arbeiter die Masken. Zu dieser Zeit wütete das Virus noch in Wuhan.

Fynn Kliemann verkauft Masken für wenig Geld

"Nicht hipp, aber sie hilft. Anderen" – so beschreibt der Webdesigner seine Maske. Die weißen oder schwarzen Mundbedeckungen bestehen aus Polypropylen. Laut Kliemann dem gleichen Material der medizinischen FFP1-Masken. Zertifiziert sind seine Exemplare aber nicht. Trotzdem, die Nachfrage ist groß. Weltweit. Etwa eine halbe Million Masken hat der 32-Jährige nach eigenen Angaben über seinen Onlineshop www.odersocool für 2,20 Euro verkauft. Weitere 3,5 Millionen sogar für weniger als 1 Euro. Letztere schickte er an Schulen, Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäuser.

Faire Masken aus der global tactics Textilmanufaktur

Tomm Illbruck von der global tactics Textilmanufaktur koordiniert die Produktion. Die handgearbeiteten Masken werden laut Illbruck fair und in sechsstelliger Stückzahl pro Woche gefertigt. Für Firmen, die sich an solchen Krisen bereichern, haben er und Kliemann nichts übrig. "Sowas macht man nicht", sagt er. Der Youtuber will helfen. Deshalb schickte er gemeinsam mit wohltätigen Organisationen Masken in Gebiete, die besonders schweren Zugang dazu haben. 40.000 Stück lieferte er beispielsweise mit Seawatch an Flüchtlingsslager in Griechenland, 25.000 Exemplare gingen dank Viva Con Agua in die Townships in Südafrika.

Weitere Kollektionen planen Kliemann und Illbruck nicht. Allerdings fertigen die Unternehmer für Kunden wie der Non-Profit-Organisation Viva Con Aqua und dem Radiosender 1Live individuelle Masken mit eigenen Schnitten und Logos.

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