Chemie/Verfahren -

Forschungsprojekt der Hohenstein Group Wiederaufbereitungsverfahren für Warnschutzbekleidung

Die Hohenstein Group verfolgt mit einem neuen Forschungsprojekt das Ziel, produkt- und anwendungsspezifische Referenzaufbereitungsverfahren für Warnschutzbekleidung zu entwickeln. Die Ergebnisse sollen Textilservicebetrieben als Grundlage für die Umsetzung in die individuelle Praxis nutzen können.

Themenseite: Schutzausrüstung

In vielen Branchen werden die Arbeiter durch das Tragen von Warnschutzbekleidung vor möglichen Gefahren geschützt, z.B. bei Arbeiten im Straßenbau oder an Gleisanlagen. Aber gerade diese Tätigkeiten verursachen zum Teil starke Verschmutzungen der Warnschutzbekleidung beispielsweise durch Bitumen-, Teer- oder Pufferfett. Solche Verschmutzungen reduzieren die Sichtbarkeit und Signalwirkung der Warnschutzbekleidung durch Reduktion der sicherheitsrelevanten Flächen des Hintergrundmaterials und der Reflexstreifen und führen zu einem erheblichen Sicherheitsrisiko für den Träger. Dies nimmt die Hohenstein Group zum Anlass für ihr Forschungsprojekt zur Entwicklung von Wiederaufbereitungsverfahren für Warnschutzbekleidung zur besseren Wert- und Funktionserhaltung.

Zur Gewährleistung der Schutzfunktion von Warnschutzbekleidung während der gesamten Gebrauchsdauer werden produkt- und anwendungsspezifische Aufbereitungsverfahren benötigt, die die Schmutzentfernung sicherstellen und gleichzeitig die Textilien so gut wie möglich schonen, so die Hohenstein Group. Solche Verfahren gebe es bislang nicht, weshalb Textildienstleister ihre Aufbereitungsprozesse individuell zusammenstellen müssen.

Bisherige Aufbereitungsverfahren tun sich mit diesen Verschmutzungen schwer, denn Verschmutzungen wie Bitumen, Teer oder Pufferfette lassen sich nur unter hohem Zeit- und Chemikalieneinsatz entfernen, so die Gruppe. Diese intensiven Waschbehandlungen führen nach Angaben der Hohenstein Institute zu Materialienschäden und reduzieren die Zahl der Leasingeinsätze der Warnschutzbekleidung.

Für mehr als 25 Aufbereitungszyklen für Warnschutzbekleidung

Erfahrungswerte der Textildienstleister würden zeigen, dass verschmutzte Warnschutzbekleidung durchschnittlich bereits nach circa 20 Aufbereitungszyklen aus dem Verkehr gezogen werden muss. Für den wirtschaftlichen Leasingeinsatz sei aber eine durchschnittliche Verwendungsdauer von oftmals 25 Aufbereitungszyklen einkalkuliert.

Referenzaufbereitungsverfahren für Warnschutzbekleidung wären als Grundlage für die Umsetzung in die individuelle betriebliche Praxis geeignet. Sie dienen laut Hohenstein Group als Ausgangsbasis für validierte Aufbereitungsprozesse der Wäschereien und Textilleasingunternehmen. Darüber hinaus fehle eine Bewertungsmatrix der verfügbaren Verfahren, welche es den Wäschereien ermögliche, in ganzheitlicher Betrachtung ein möglichst wirtschaftliches Aufbereitungsverfahren auszuwählen. Ressourcenverbrauch, Materialschonung und Erhalt der Schutzfunktion seien die hier gegeneinander abzuwägenden Entscheidungskriterien.

Im aktuellen Forschungsprojekt der Hohenstein Institute stehen produkt- und anwendungsspezifische Referenzaufbereitungsverfahren für Warnschutzbekleidung im Fokus, wie die Gruppe mitteilt. Diese Waschverfahren sollen textilschonend sein und dabei aber auch hartnäckige Verschmutzungen, wie Bitumenflecken, von der Warnschutzbekleidung entfernen. Die Ergebnisse können die Wäschereien als Grundlage für die Umsetzung in die individuelle Praxis nutzen, so die Gruppe.

Positive Ergebnisse bei Schmutzentfernung und Wascheffizienz für Warnschutzbekleidung

Ansatzpunkt soll ein verbessertes Lösen, Emulgieren bzw. Suspendieren fett- und ölhaltiger Verschmutzungen im Waschprozess sein, da insbesondere diese Verbindungen die Einsatzdauer von Warnschutzbekleidung begrenzen. Als Grundlage für textilschonende Referenzwaschverfahren sollen Mikroemulsionen und Soil- Release-Ausrüstungen untersucht werden, da beide Systeme positive Effekte hinsichtlich der Schmutzentfernung und Wascheffizienz aufweisen und bei milden Temperaturen und Waschbedingungen realisierbar sind. Um eine einfache und wirtschaftliche Umsetzung in die Praxis zu realisieren, ist eine Zusammenstellung der ermittelten Daten (u.a. Retroreflexion, Wetterschutz, Wasser- und Energiemengen) für die Referenzaufbereitungsverfahren in einer Bewertungsmatrix erforderlich, wie die Hohenstein Gruppe berichtet. Erst mithilfe dieser Bewertungsmatrix werde für Hersteller von Warnschutzbekleidung, Textildienstleister und Zertifizierungsstellen eine sichere Basis für die Umsetzung in die Praxis geschaffen.

Kalkulationsgrundlage für die Einsatzdauer von Warnschutzbekleidung

Mit Hilfe von Referenzaufbereitungsverfahren und einer Bewertungsmatrix kann die Aufbereitung von Warnbekleidung ganzheitlich bewertet und die Prozessparameter nach individuellen Rahmenbedingungen und Vorstellungen in den Betrieben optimal eingestellt werden, so die Hohenstein Gruppe. Mit der Adaption der ermittelten Prozessparameter auf die eigenen betrieblichen Rahmenbedingungen soll Wäschereien und Textilleasingunternehmen die größtmögliche Sicherheit gegeben werden, dass durch den Aufbereitungsprozess der Warnbekleidung kein vorzeitiger Funktionsverlust hervorgerufen wird. Durch die im Projekt ebenfalls zu entwickelnde Bewertungsmatrix könne die Auswirkung der individuellen Prozessadaptionen auf die Warnbekleidung noch besser abgeschätzt werden. Somit entsteht Angaben der Hohenstein Gruppe zufolge eine verlässliche Kalkulationsgrundlage für die Einsatzdauer von Warnschutzbekleidung im Bereich Textilleasing.

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