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Hohe Temperaturen am Arbeitsplatz Sommerhitze: Tipps zum Durchhalten für Textilreiniger und Wäscher

Der Sommer ist da und die Arbeit bleibt – zumindest wenn Sie nicht in Urlaub fahren. Dabei kommt man ganz schön ins Schwitzen, das weiß wohl keiner besser als die Mitarbeiter in Textilreinigungen und Wäschereien! Mit einigen Tipps wird es leichter, durchzuhalten.

Hitzewelle Thermometer
Vermeiden Sie bei hohen Außentemperaturen zusätzliche, nicht benötigte Wärmequellen im Betrieb. -

Gerade in Textilreinigungen und Wäschereien ist eine hohe Außentemperatur von 25 °C und mehr bei der Bearbeitung der Wäsche schwer erträglich. Das Bügeln und Mangeln ist an solchen Tagen eine besondere Herausforderung. An heißen Sommertagen steigen die Temperaturen auf ein unbehagliches Niveau. Gerade im Finishbereich kommen die Beschäftigten der Textilpflegebranche dann heftig ins Schwitzen.

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Das wichtigste in der Sommerhitze ist wie eh und je das viele Trinken. Der Körper benötigt besonders bei diesen Temperaturen ausreichend Flüssigkeit, da er durch das Schwitzen viel verliert. Doch ist es die richtige Methode, eiskaltes Wasser zu trinken, um sich abzukühlen? Nein, meint die Bundesärztekammer. Sie empfiehlt, warme Getränke zu sich zu nehmen, damit man leicht ins Schwitzen kommt. Wollen Sie wissen, warum das so ist? Dann lesen Sie unsere Tipps für heiße Sommertage.

Folgen hoher Temperaturen

Die Folgen hoher Temperaturen in Arbeitsräumen im Sommer können vielfältig sein: sinkende Leistungsfähigkeit, fehlende Arbeitslust, Konzentrationsschwäche bis hin zu Herz-Kreislaufbeschwerden. Solche Auswirkungen können nicht nur dem Beschäftigten, sondern auch dem Betrieb schaden.

R+WTextilservice hat Tipps zusammengestellt, wie Sie in Textilreinigung und Wäscherei einen kühlen Kopf bewahren. Denn: Wer weiß, wie er mit der Hitze umgehen kann, ist klar im Vorteil.

Tipp 1 bei Hitze: Der frühe Vogel behält einen kühlen Kopf 

Sofern vom Betriebsablauf her möglich, empfiehlt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) Mitarbeitern, die Arbeit früh zu beginnen und so der großen Mittagshitze zumindest teilweise zu entgehen.

Besonders da in Textilreinigungen und Wäschereien die Arbeit zu einem großen Teil im Stehen und mit körperlicher Anstrengung verrichtet wird, kommen die Mitarbeiter hier noch mehr ins Schwitzen. Geschäftsführer oder Betriebsleiter sollten ihnen daher die Möglichkeit von Arbeitszeitverlagerungen gewähren. Denn in kühleren Stunden sind sie motivierter und fitter. Dabei ist vor allem auf besondere Personengruppen, wie Schwangere, Rücksicht zunehmen.

Tipp 2 bei Hitze: Pausen sinnvoll nutzen 

Bei körperlicher Arbeit kombiniert mit hohen Temperaturen sind kurze Pausen ein Muss. Zudem ist es wichtig, während dieser Zeit für Abkühlung zu sorgen. Und dabei kommt Wasser ins Spiel.

Bei Hitze sind Wasseranwendungen eine Wohltat. Da es in Textilreinigungen und Wäschereien meist nicht möglich ist, z.B. Fußbäder zu nehmen, kann man auf eine einfachere Methode zurückgreifen: Kühles Wasser über die Handgelenke laufen lassen. Das ist effektiv an heißen Tagen.

Tipp 3 bei Hitze: Klimagerät statt Ventilator

Vorsicht ist laut der BAuA bei Ventilatoren geboten. Sie sorgen vielleicht für eine angenehme Erfrischung, doch die Zugluft verträgt nicht jeder. In Textilreinigungen und Wäschereien sind Ventilatoren nicht unbedingt empfehlenswert, da sie Staub aufwirbeln.

Die bessere Alternative sind mobile Klimageräte. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass von ihnen keine Gefahr, z.B. als Stolperfalle ausgeht. Daher ist unbedingt die Betriebsanleitung zu beachten. Achtung: An den Luftauslässen der Klimageräte entsteht Zugluft, die zu Erkältungen oder einem steifen Hals führen können.

Sommerhitze Jalousien

Tipp 4 bei Hitze: Fenster auf, Rollladen runter

Um die Temperatur in den Betriebshallen herunterzukühlen, gibt die BAuA den Tipp, Fenster während der Nacht oder am frühen Morgen geöffnet zu lassen. Zusätzlich sollten später, falls vorhanden, die Rollläden heruntergelassen werden, um übermäßige Sonneneinstrahlung zu verhindern.

Durch diese Maßnahmen bleibt in Textilreinigungen und Wäscherein die Luft am frühen Morgen angenehm kühl und die Betriebsräume heizen nicht so schnell auf.

Tipp 5 bei Hitze: Ausreichend Trinken

Da der Mensch bei großer Hitze ordentlich ins Schwitzen kommt, muss er an solchen Tagen viel mehr Flüssigkeit aufnehmen, als die sonst empfohlenen 1,5 bis 2 l. Die Bundesärztekammer empfiehlt, auf Getränke wie Wasser, Kräuter und Früchtetees und Obst- und Gemüseschorlen zurückzugreifen. Das Verhältnis bei Schorlen sollte bei 1:1 Wasser und Saft liegen. Gänzlich sollte man auf zuckerhaltige Getränke verzichten.

Ein heißer Tipp ist das Trinken warmer Getränke. Denn dadurch kommt der Körper leicht ins Schwitzen und der Körper kühlt ab. Das ist besonders gut für den Kreislauf. In Textilreinigungen und Wäschereien könnte man bei heißen Temperaturen einen fruchtigen Tee kochen und ihn nach dem Ziehen und vor dem Verzehr ein wenig abkühlen lassen. Ein kleines Apfelstückchen als Garnitur und fertig ist ein sommerliches Getränk, das Sie garantiert nur so weit ins Schwitzen bringt, dass ihr Köper erfolgreich gegensteuern kann. Wohl bekomms!

Tipps für heiße Tage: Bild für Bild

Alle Tipps für heiße Sommertage in der Textilpflege finden Sie in Kurzform auch in unserer Bildergalerie .

Tipps für heiße Sommertage in Reinigung und Wäscherei

Tipp 6 bei Hitze: Das sollten Sie essen

Es ist an heißen Tagen nicht nur wichtig auf das Trink-, sondern auch auf das Essverhalten zu achten. Laut BAuA sind besonders leichtverdauliche Lebensmittel wie Obst und Gemüse zu empfehlen. Durch den Verzehr einer Banane kann man den Mineralhaushalt ausgleichen. Zudem sollte man lieber mal nur eine halbe Portion zu sich nehmen.

Tipp 7 bei Hitze: Was ziehe ich an?

Experten für Textilien wissen, wie man Schweißgerüche aus der Bekleidung entfernt. Damit man gar nicht groß ins Schwitzen kommt, empfiehlt die BAuA, auf die Bekleidung während der Arbeit zu achten.

Da in Textilreinigungen und Wäscherein zum Teil die Arbeitsbekleidung vorgeschrieben ist, oder Mitarbeiter die Berufsbekleidung des Unternehmens tragen, ist dieser Tipp nur bedingt verfolgbar. Doch alle diejenigen, die in ihrer Bekleidungswahl relativ frei sind, sollten Folgendes beachten: Um einen Wärmestau zu vermeiden sollten Sie helle, luftdurchlässige, lockere und schweißaufnehmende Klamotten und leichtes Schuhwerk tragen.

Blaulicht Rettungswagen RTW Notarzt

Tipp 8 bei Hitze: Einen kühlen Kopf bewahren bei Kollaps

Falls aufgrund von Hitze ein Mitarbeiter kollabiert, sollte laut BAuA unmittelbar gehandelt werden und ein kühler Ort für den Betroffenen gefunden werden. Langsam sollte man der Person kühle und elektrolythaltige (nichtalkoholische) Getränke zuführen. Kühlende Umschläge, Frischluft und wenn möglich Bäder bringen Linderung. Der Betroffene sollte sich seiner überflüssigen Bekleidung entledigen und leichte und bequeme Klamotten anbehalten. Wird es nicht besser, sollte ein Notarzt gerufen werden.

Symptome sollten frühzeitig erkannt und entgegengesteuert werden. Bei einer Hitzeerschöpfung können z.B. Muskelkrämpfe, Übelkeit und Schwindel auftreten. Ein Hitzekollaps geht z.B. mit einer kritischen Blutdrucksenkung und einer kurzfristigen Bewusstlosigkeit einher.

Weitere Tipps von der BAuA

Die warmen Wetterbedingungen fordern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern Schutzmaßnahmen und angemessenes Verhalten ein. Rechtliche Grundlage dafür sind das Arbeitsschutzgesetz und die Arbeitsstättenverordnung. Folgende Tipps zum entspannteren Arbeiten bei Hitze gibt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in ihrer aktuellen Broschüre:

Gute Organisation schützt die Mitarbeiter

  • Kleiderordnung lockern: An heißen Tagen ist ein entspannter Dresscode hilfreich. Kurzärmlige Hemden und Blusen, der Verzicht auf Jackett und Krawatte sowie eine leichte Sommerhose bzw. ein leichter Sommerrock aus Naturfasern verringern den Wärmestau im Körper.
  • Getränke bereitstellen: Getränke wie beispielsweise Mineralwasser und Saftschorlen unterstützen die körpereigene "Klimaanlage". Auf sehr kalte Getränke und Eiswürfel sollte allerdings verzichtet werden.
  • In den frühen Morgenstunden lüften und Sonneneinstrahlung mindern: An heißen Sommertagen ist die kühle Morgenluft spätestens ab 10 Uhr vorbei, deshalb sollte vorher gelüftet werden. Wichtig: Den Sonnenschutzjalousien rechtzeitig herunterlassen.
  • Arbeitszeit flexibel gestalten: Flexible Arbeitszeiten und Gleitzeit ermöglichen das Arbeiten zu Zeiten, wenn die Innentemperaturen gesundheitlich noch zuträglich sind.
  • Ventilatoren und mobile Klimageräte einsetzen: Mobile Klimageräte können dazu beitragen, die Innentemperatur zumindest lokal zu senken.

So können sich Mitarbeiter individuell schützen

  • Sonnenschutzeinrichtungen nutzen: Sonnenschutzeinrichtungen sollten Mitarbeieter so schließen, dass keine direkte Sonneneinstrahlung ins Gebäude gelangt. Dabei sollte auch auf ausreichendes Tageslicht ohne künstliche Beleuchtung geachtet werden.
  • Zusätzliche Wärmequellen vermeiden: Mitarbeiter sollten nicht benötigte Geräte abschalten. Das gilt auch für die Beleuchtung.
  • Bekleidung anpassen: Luft- und feuchtigkeitsdurchlässige, leichte und bequeme Bekleidung sowie luftdurchlässige Schuhe erleichtern das Schwitzen und verringern die Hitzebelastung.
  • Mehr trinken: Der Körper verliert durch Schwitzen viel Flüssigkeit. Während bei 24 °C Raumtemperatur etwa zwei Liter Flüssigkeit an einem Arbeitstag reichen, benötigt der Mensch bei hohen Temperaturen etwa drei Liter oder auch mehr.
  • Speiseplan anpassen: Über den Tag verteilt leichte Kost statt deftiger Speisen. Wenn das von Ihren Mitarbeitern beherzigt wird, beugen sie den bei Hitze häufig auftretenden Magenproblemen vor.
  • Körperpartien kühlen: Die Handgelenke sollten ab und zu mit kaltem Wasser benetzt werden – das sorgt für Kühlung. Individuell einstellbare Ventilatoren vernbessern zusätzlich die Abkühlung beim Schwitzen.
  • Körpersignale beachten: Nicht jeder verträgt Wärme gleich gut. Jeder Mitarbeiter sollte auf die Signale seines Körpers achten und bei Unwohlsein kühlere Bereiche aufsuchen.

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