Betriebspraxis -

Unbesetzte Lehrstellen Wo sind die Textilreinigerazubis?

Viele Textilpflegebetriebe bieten Lehrstellen an, doch finden keine Jugendlichen, die eine Ausbildung zum Textilreiniger absolvieren wollen. Doch warum ist das so und was können Unternehmen dagegen tun? Wir haben einige Tipps zusammengestellt.

Georg Plümper ist Textilreinigermeister – und das bereits mehr als die Hälfte seines Lebens. Als er seinen Meistertitel 1981 absolvierte, war Prinz William noch gar nicht auf der Welt, genau so wenig wie Franck Ribéry oder Andreas Bourani. Zusammen mit Ehefrau Sigrid und Sohn Philip bildet er in der Wäscherei Plümper in Menden Jugendliche aus. Das ist für ihn Ehrensache. „Wir müssen den jungen Leuten ja eine Zukunft anbieten.“ Was theoretisch einfach klingt, ist in der Umsetzung jedoch schwierig, denn Georg Plümper findet seit nun drei Jahren keinen Jugendlichen mehr, der die Ausbildung zum Textilreiniger absolvieren möchte. Und damit ist er nicht der Einzige.

Viele Handwerksbetriebe in Deutschland, darunter auch aus der Textilpflegebranche, können ihre offenen Lehrstellen nicht besetzen. Das zeigt u.a. eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Entwicklung des Ausbildungsmarktes. Gab es Anfang des 21. Jahrhunderts noch deutlich mehr Bewerber als angebotene Stellen, sind Angebot und Nachfrage nun fast gleichauf. Der Bestand an unbesetzten Lehrstellen hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Während 2008 laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) noch 246 Azubis einen Ausbildungsvertrag zum Textilreiniger abschlossen, waren es 2013 noch 123 und 2015 nur noch 102. Zum Vergleich: Eine Ausbildung zum Bankkaufmann begannen 2015 laut BIBB knapp 12.000 Jugendliche.

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